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Geschichte Prunksitzung  
     

In Bachem regieren Andreas und Alice Doll

Neue Tollitäten werden mit buntem Unterhaltungsprogramm in ihr Amt eingeführt

Andreas I. und Alice I. (Doll)
Foto: Martin Gausmann

Von Dorothee Schrötler

Bachem. Die Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Bachem wird in ihrer Jubiläumssession von einem Prinzenpaar regiert. Die KG feiert dieses Jahr ihr 50-jähriges Bestehen, nun eröffnete sie die Karnevalssession mit der großen Proklamationssitzung.

Die Spannung im Saal des Winzervereins war groß, als gegen Mitternacht das Geheimnis gelüftet wurde: Andreas und Alice Doll sind die neuen Tollitäten. Der neue Prinz steht der KG seit zehn Jahres als Geschäftsführer vor. Seine Frau Alice ist seit über 30 Jahren in der KG aktiv und trainiert die Kinderfunken. Doll ist bei der Stadtverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler tätig, die Ehefrau arbeitet bei der Bundeswehr.

"Wir laden euch ein mit uns zu feiern und zu lachen, Raketen zu zünden bis sie krachen, zum 50sten Geburtstag der KG Rot-Weiß Bachem", verkündete das neue Prinzenpaar, nachdem es Zepter und Krone entgegen genommen hatte.

Um für die Gäste die Zeit bis zur Proklamation spannend zu gestalten, hatte die KG ein buntes und unterhaltsames Programm auf die Beine gestellt. Bevor die neuen Tollitäten proklamiert werden konnten, musste erst einmal die Prinzessin der vorherigen Session verabschiedet werden.

Unter Begleitung der Ahrtal Tramps und des Elferrats der KG Bachem zog Petra Münch ein letztes Mal als Prinzessin auf die Bühne. Bei ihrer Verabschiedung musste sie dann ihr Zepter an den Vorsitzenden Gilbert Maur überreichen. "Es war eine sehr schöne Session. Ich habe versucht, mein Amt mit Herz auszuüben. Aber nun ist es Zeit, Abschied zu nehmen und Danke zu sagen", sagte sie. Für Münch ist damit aber die Zeit bei der KG Bachem nicht zu Ende: Maur ernannte sie zur Senatorin auf Lebenszeit.

Bevor der Senat sie jedoch in ihre Reihen aufnahm, musste Münch - ein großer Schlagerfan - erst ihr Musikwissen bei "Wer wird Senatsmitglied?" unter Beweis stellen. Für den Schlagerfan kein Problem, wenn jedoch zwischendurch auch ein paar Joker nötig waren, aber damit war die Aufnahme in den Senat gesichert.

Eine alte Nummer reaktivierten Reimund Gäb und Günther Orth anlässlich der Jubiläumssession. Als "Zwei Schlafmützen" standen die beiden auf der Bühne und sorgten mit ihren Anekdoten und Witzen für Stimmung im Saal. Ihre Solo-Premiere in der Bütt hatte Michelle Skruth.

Als "Evje van Dampen - die Mutter Theresa der lebensabschnittspartnerschaftlichen Beziehungsarbeit", eine Kunstfigur des bekannten Comedians Hape Kerkeling, sorgte sie für wahre Lachanfälle im Saal. Ob mit ihrem Motto "Liebe ist Arbeit, Arbeit, Arbeit" oder dem Tipp, sich den Ehemann dank positiver Visualisation "schön zu schauen" - das Geheimnis jeder glücklichen Ehe - das Publikum war begeistert.

"Ne Schutzmann" (Reiner Roos) sorgte mit einigem Lokalkolorit ebenfalls für schallendes Gelächter und verschonte auch nicht den "Kollegen" Franz-Josef Platz, Tollität der KG Ahrweiler und Polizeioberkommissar.

Zwischendurch sorgten die Funken, die Fun Girls, die Colöris, die Bachemer Backes Power und die Bachemer Merle sowie das Solomariechen Franziska Stieber für Unterhaltung und trugen zum gelungenen Programm der Prunksitzung im Winzerverein bei. Dort veranstaltet die KG übrigens schon seit 50 Jahren ihre Sitzungen, weswegen der Saal auch das Motiv des Jubiläumsordens ist.
GA-Artikel vom 11.01.2010


Als der Schnee die Narren narrte

Die Bachemer Karnevalsgesellschaft besteht seit 50 Jahren - Höhepunkt der Session ist der Veilchendienstagszug

Von Dorothee Schrötler

Bachem. Der kleine Weinort Bachem ist für so manches bekannt, für seinen Frühburgunder, den Weinlesezug der 10 000 Lichter, der jeden Herbst Tausende von Zuschauern anlockt - und für den Karneval. Seit mehr als 100 Jahren wird er aktiv von der Dorfgemeinschaft gefeiert.

Mit einem Rosenmontagszug und dem anschließenden Maskenball im Saal des Winzervereins wurden die närrischen Tage früher gefeiert. Zuerst war der Sportverein für die Organisation verantwortlich, später übernahm der Männerchor die Ausrichtung des närrischen Treibens. Zwischendurch unterstützten auch die Bachemer Möhnen und die Junggesellen die Organisatoren.

Auf Dauer konnten die Vereine das aber nicht mehr alleine bewältigen. Es musste ein Verein her, der sich ausschließlich mit dem Karneval beschäftigt. Das war die Geburtsstunde der Gesellschaft, die jetzt ihr Goldjubiläum feiert. Am 1. Februar 1960 gründeten einige Jecken die Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Bachem. Im Juni wurde der erste Vorstand gewählt.

Der Winzer Josef Koll war der erste Vorsitzende. Mit der Gründung der KG war der Karneval in Bachem gesichert. Heute ist der Verein nicht mehr aus der Dorfgemeinschaft wegzudenken. Mit seinen Gruppierungen - Funken sowie den Tanzformationen Bachemer Merle und Fun-Girls - wird der Karneval jedes Jahr groß gefeiert.

Das Funken-Corps existiert dabei schon länger, als die KG selbst. Vor 56 Jahren fanden sich einige junge Damen zusammen, um im Karneval zu tanzen. In ihrem Jubiläumsjahr zählt die KG nun 43 Funken, die sich auf die Mini-Funken (drei bis sechs Jahre), kleinen Funken (sechs bis zehn Jahre), mittleren Funken (zehn bis zwölf Jahre), große Funken (zwölf bis 16 Jahre) und das Funkencorps (16 bis 25 Jahre) verteilen.

Seit 1960 konnte die Gesellschaft auch fast jedes Jahr eine Tollität proklamieren. Die KG kümmert sich aber nicht nur um die großen Karnevalisten, sondern seit 1972 auch um die Kleinen. Die Kindersitzung zählt heute zum festen Programm während der Session, natürlich immer mit Proklamation der Kindertollität. Einige Karnevalsjecken können sich vielleicht auch noch an die Preismaskenbälle in Bachem erinnern.

Seit der Gründung der Gesellschaft zählten sie ebenfalls zum festen Programm. Bis 1985 wurden immer am Karnevalssonntag oder Rosenmontag die schönsten Masken prämiert. Schließlich wurde der Termin auf den Karnevalssamstag verlegt. Seit 1998 gibt es den Preismaskenball nicht mehr. Die KG hatte sich ein neues Konzept überlegt, die "Happy-Holiday-Party".

Einer Laune der Natur ist dagegen Ursache, dass der Rosenmontagszug in Bachem 1993 zum Veilchendienstagszug wurde. Denn Schneefall und Glätte sorgten damals dafür, dass der Zug montags nicht starten konnte und deswegen um einen Tag verschoben werden musste. Bei diesem Termin sind die Bachemer bis heute geblieben.

Auch wenn sich in 50 Jahren in der KG einiges verändert hat, ein Ziel ist geblieben: den Karneval in Bachem zu erhalten. Eine Festschrift zum Jubiläum gibt einen Rückblick auf fünf Jahrzehnte Karneval in dem kleinen Frühburgunderort. Wie Vorsitzender Gilbert Maur erklärt, wird sie zu den Jubiläumsfeierlichkeiten erscheinen, die vom 18. bis 20. Juni, begangen werden.
GA Artikel vom 06.01.2010

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Stand: 24.01.11